Märtyrer unserer Zeit – Eine Aktion der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen

Liebe Freunde und Förderer,

Sören Kierkegaard, dänischer Philosoph, lutherischer Theologe und religiöser Schriftsteller (1813 bis 1855) meinte: „Der Tyrann stirbt und seine Herrschaft ist vorüber. Der Märtyrer stirbt und seine Herrschaft beginnt.“

In diesem Frühjahr startet die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen damit, allmonatlich eine christliche Person vorzustellen, die um ihres Glaubens willen getötet wurde. Unsere Stiftung ist ökumenisch ausgerichtet, aus diesem Grund porträtieren wir Blutzeugen unterschiedlicher Konfession. Sie alle starben eines gewaltsamen Todes, ob schleichend, wie etwa durch Hunger und Auszehrung in Lagerhaft, durch die Hand eines heimtückischen Mörders oder durch staatliche Hinrichtung. Wesentlich war in ihrem Leben das Bekenntnis zu Jesus Christus als Urquell ihrer Motivation. Ob katholische, evangelische, orthodoxe oder altorientalische Christen, sie legen jeweils unterschiedliche Kriterien an, um das Lebensende eines solchen Zeugen für Christus mit dem Begriff „Martyrium“ zu bezeichnen. So ist etwa das sehr enge Kriterium, dass dieser Mensch bewusst dazu bereit war, für seinen Glauben zu leiden und am Ende sogar den Tod in Kauf nahm, nicht bei allen diesen Lebensbeispielen erfüllt. Die Autoren der Porträts geben entsprechende Hinweise auf den Radius der Verehrung oder Bekanntheit.

Unsere Stiftung hat sich selbst verpflichtet, diskriminierte Christen aus der alltäglichen Not zu helfen und verfolgte Glaubensgeschwister nach Kräften aus der Gefahr zu retten, indem etwa Anwaltskosten übernommen werden. Herausragenden Persönlichkeiten, die sich in den Ländern der Unterdrückung für die schwächsten dieser Zielgruppe stark machen, verleiht sie alljährlich ihren Stiftungspreis. Aus dieser besonderen Förderung leitet die Stiftung ihre Aufgabe ab, geeigneten Persönlichkeiten über den Tod hinaus Ehrung durch Gedenken zuteil werden zu lassen. Das ist letztlich auch eine Konsequenz aus den christlichen Begriffen von Person und Menschenwürde. Diese enden nicht zu dem Zeitpunkt, an dem ein Täter der irdischen Existenz des Opfers ein Ende setzt.

Drei Preisträger der Stiftung wurden bereits wegen ihres Glaubens umgebracht: Der Stephanuspreisträger von 2006, der pakistanische Christ Ranjha Masih, wurde drei Jahre nach der Auszeichnung, Mitte Juni 2009 auf einem Markt zusammengeschlagen und gefährlich verletzt. Geld für die Behandlung in einer Klinik erreichte ihn zu spät: Am 14. Juni 2009 erlag er seinen Verletzungen. Zur Erinnerung: Ranjha Masihs Leidensweg hatte am Tag der Beisetzung von Bischof John Joseph begonnen, am 8. Mai 1998, als eine Menge trauernder Christen durch die Straßen zog und er unter ihnen willkürlich beschuldigt wurde, ein Schild mit einem Koranzitat durch einen Steinwurf beschädigt zu haben. Jahrelang hatte er unschuldig wegen angeblicher Gotteslästerung hinter Gittern verbracht.

Stephanuspreisträger Pater Frans van der Lugt wurde am 7. April 2014 in der Innenstadt von maskierten Schergen der islamistischen Al-Nusra-Front erschossen. Der 75-jährige war ein Jahr zuvor gerade mit unserem Stiftungspreis geehrt worden.

Zwei Jahre später zeichnete unsere Stiftung zudem posthum den armenisch-katholischen Erzbischof Ignatius Maloyan von Mardin (Tur Abdin/Südost-Türkei) aus. Der Oberhirte hatte sich geweigert, den Islam anzunehmen und war am 11. Juni 1915 vom Polizeichef von Mardin persönlich erschossen worden. Wir stellen ihn in unserem ersten Porträt vor.

Das Andenken Verstorbener ist etwa in Deutschland ein anerkanntes Rechtsgut. Nicht nur die über den Tod fortwirkende Menschenwürde des Opfers wird dadurch geschützt. Es gilt auch, das Empfinden seiner hinterbliebenen Angehörigen und Freunde sowie – im Fall eines Martyriums – erst recht der Geschwister im Glauben, zu berücksichtigen. Die Stephanusstiftung für verfolgte Christen erinnert aus diesem Grund an vergangenes Unrecht, prangert aktuelle Ungerechtigkeit an. Sie stärkt auf diese Weise die Überlebenden und ihre Nachfahren. Verantwortungsgemeinschaften müssen um Vergebung bitten und Entschädigung leisten, wo die Herrschaft zuvor durch Unrecht großes Leid verursacht hat. Das setzt zunächst einmal voraus, die Opfer dem Vergessen zu entreißen.

Ihr Zeugnis wirkt auf uns aber auch oftmals so authentisch und vorbildlich, dass es wie ein Same reiche Frucht hervorbringt. Diese Erfahrung bedachte wohl auch Papst Johannes Paul II., der 1994 der gesamten Kirche den Auftrag erteilte, ein Blutzeugenverzeichnis über alle Märtyrer des 20. Jahrhunderts zu erstellen. „So konnten mit dem Jahr 2000, dem Heiligen Jahr, die Märtyrer des 20. Jahrhunderts in allen Diözesen, in allen Bischofskonferenzen, in allen fünf Kontinenten dem Vergessen entrissen werden“, erklärte Prälat Helmut Moll, Professor für Exegese und Hagiographie, im Gespräch mit der Stiftungsvorsitzenden, Michaela Koller. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte ihn, als er noch bei der Heiligsprechungskongregation tätig war, gebeten, dieses Martyrologium zu erstellen. Im Jahr 1995 kehrte er von Rom nach Köln zurück und das Werk konnte am 18. November 1999 Papst Johannes Paul II. überreicht werden.

Der Prälat erhielt als Erster im Jahr 2008 den Stephanus-Sonderpreis für diese herausragende Arbeit. In den zurückliegenden Jahrzehnten ist das zweibändige Werk „Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhundert“ mehrfach durch neue Lebensbilder erweitert worden und lebt zudem durch begleitende Vorträge und Ausstellungen fort. Die Stephanusstiftung schöpft auch aus diesen Bänden für ihre Serie. Sie stützt ihre Darstellung zuvorderst jedoch auf die Zeugnisse aus dem 21. Jahrhundert, da die Christenverfolgung der Gegenwart eher zunimmt als zur Neige geht, obschon wir nach Zusammenbruch der großen Tyranneien wie des Nationalsozialismus bzw. Faschismus und der kommunistischen Herrschaft in Mittel- und Osteuropa es anders erwartet oder erhofft haben.

Der tiefere Grund dafür lässt sich nur erahnen. Prälat Moll sagte der Stiftungsvorsitzenden einmal: „Schauen Sie, acht von zehn Verfolgten heutzutage sind Christen. Offensichtlich ist unser christlicher Glaube so bedeutsam für die Gesellschaft, dass sie gerade die Christen vernichten wollen. Warum wollen sie das? Weil die Christen ein Menschenbild haben, das bedeutet, sich für die Schwachen einzusetzen, das die körperlich und geistig Behinderten miteinschließt. Dieses Menschenbild ist nicht nur innerweltlich, sondern auch transzendental.“

Weihnachtsgrüsse der Stephanusstiftung für verfolgte Christen

Liebe Freunde und Förderer,

die derzeitige weltweite Krise wirkt wie ein Brandbeschleuniger auf das Unrecht, das Minderheiten in zahlreichen Ländern, insbesondere christliche Gemeinschaften in so vielen Despotien, ohnehin zu erleiden haben. Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen hat sich jedoch durch allerlei Beschränkungen und Risiken nicht davon abbringen lassen, ihre bewährte Unterstützung der wegen ihres Glaubens Verfolgten seit 2020 massiv auszubauen. Jetzt helfen wir erst recht!

Natürlich kann in diesen Zeiten jeder aus unterschiedlichen Gründen in Not geraten. Jedoch werden die verfolgten Christen nicht um ihrer selbst willen gepeinigt, sondern stellvertretend für Jesus Christus, sozusagen an seiner Stelle, sodass es dabei um Gott selber geht, dessen Geburt an diesem bevorstehenden Weihnachtsfest wieder gefeiert wird. Unser Stiftungszweck erfüllt in einem tieferen Sinne auch einen besonderen kirchlichen Auftrag.

In diesem nun ausklingenden Jahr hat uns sehr viel Dank erreicht, den ich an Sie, die Sie uns mit Ihrer Gabe und Ihrem Gebet unterstützt haben, weitergeben kann: „Sie leisten ein sehr großzügiges Werk, indem sie diesen jungen Frauen ihr Lächeln und ihr Selbstvertrauen zurückgeben“, schrieb uns Schwester Dr. Mary Rose-Claret Ogbuehi. Sie gehört einer nigerianischen Gemeinschaft von Ordensfrauen an, die karitativen Berufen nachgehen und sich dabei vor allem in den Dienst von Frauen, Kindern und Bedürftigen stellen. Um im guten christlichen Sinne der Würde der Frau zur Durchsetzung zu verhelfen, gründete die Schwester Claret im südnigerianischen Enugu, wo sie herkommt, die Organisation „Women Empowerment through Education“ (WETE). Sie ahnen sicher schon, wie wir Schwester Claret kennengelernt haben: Dies geschah auf Vermittlung unseres Preisträgers von 2020, Professor Obiora Ike, ebenfalls aus Nigeria. Der katholische Priester und Gelehrte hat sich wieder einmal als Brückenbauer erwiesen.

Und so können wir nun christlichen Überlebenden islamischer Gewalt in dem westafrikanischen Staat ein starkes Zeichen der Hoffnung schenken. Schwester Claret hat uns konkret um Hilfe für Opfer von Vergewaltigung durch islamische Banden der Fulani-Hirtennomaden oder durch Dschihadisten von Boko Haram gebeten. Diese betroffenen Frauen haben meist noch darüber hinaus miterleben müssen, wie bei den Überfällen ihr Haus geplündert, in Brand gesteckt und ihre männlichen Verwandten gleich an Ort und Stelle grausam ermordet wurden. Die Überlebenden sind durch dieses Leid entsprechend traumatisiert. Schwester Claret belässt es jedoch nicht bei medizinischer und psychologischer Versorgung. Sie will den Mädchen und Frauen eine Zukunftsperspektive eröffnen. Sie sollen auch bald wieder in den Alltag integriert werden, damit sie in ihrem Leben wieder einen Sinn erkennen können.

Daher haben wir uns überlegt, eine Ausbildung oder die Fortsetzung eines Studiums zu fördern oder hier und da auch eine Starthilfe für ein Kleinunternehmen auszuzahlen. So können sie, zumal wenn sie ihre Männer oder Väter verloren haben, wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen. Die Ausbildungsgebühr beträgt pro Jahr umgerechnet rund 350 Euro. Für 600 Euro können wir schon eine kleine Garküche einrichten, die bei den zahlreichen Pendlern in Nigeria sehr beliebt sind. Es braucht also nur eine Handvoll Leute, die einmal im Monat auf einen Kaffee auswärts verzichten, um das Schicksal einer Christin zum Besseren zu wenden.

Durch Spenden war es uns in diesem Jahr möglich, das internationale Johanna-Chusa-Stipendium ins Leben zu rufen, zugunsten von Christinnen in Bedrängnis. Die Namensgeberin dieses Stipendienprogramms, Johanna Chusa, war die Frau eines Beamten des Herodes Antipas. Sie ist bekannt aus dem Lukas-Evangelium und aus dem Martyrologium Romanum, wo berichtet wird, dass sie den Jüngern die Botschaft von der Auferstehung überbrachte. Johanna muss den Berichten zufolge eine kluge sowie mutige Frau gewesen sein, zudem überzeugend und wohlhabend. Sie stand zu Jesus, begleitete ihn und förderte ihn und seine Jünger mit ihrem Vermögen. Schließlich war sie eine der drei Frauen, die als erste die Botschaft von der Auferstehung verbreiteten, weil sie Jesu Grab leer vorgefunden hatten. Wir haben 2021 nicht nur die Schülerinnen und Studentinnen von WETE in Nigeria, sondern auch Stipendiatinnen, die uns durch Initiativen aus Pakistan, Indien, Türkei und Ägypten vorgestellt wurden, in das Programm aufnehmen können – alles Länder, in denen sich die Lage auf die eine oder andere Weise für die Christen zuspitzt. Ich danke Ihnen für Ihre Großzügigkeit, um in dunkler Zeit für diese Menschen ein Licht entzünden zu können. 

Gnadenreiche Weihnachten und ein friedvolles Jahr 2022 wünsche ich Ihnen auch im Namen des Vorstands

Michaela Koller

Vorsitzende

Laudatio zu Ehren der Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK) 2021

Laudatio zu Ehren der Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK) 2021

Träger des Stephanus-Sonderpreises 2021

Wetzlar – Samstag, 3. Juli 2021

Karl Hafen, bis 2015 Geschäftsführender Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und bis 2016 Vize-Vorsitzender der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen

Die Rede im Film/ YouTube-Channel der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen

Liebe Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke für die Ehre, die Laudatio auf die Hilfsaktion Märtyrerkirche – kurz HMK – halten zu dürfen. Als Mitarbeiter und ehemaliges Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte  (IGFM) war mir die HMK seit meinem Eintritt in die IGFM im Jahre 1978 ein ständiger Begleiter. Ich habe in meinem beruflichen Lebensweg einige Ihrer herausragenden Persönlichkeiten treffen, ja gemeinsam längere Wegstrecken mit ihnen zurücklegen können, doch auch in der praktischen Arbeit selbst begegneten sich unsere Ziele und Arbeitsweisen. Und nicht zuletzt unterstützten und unterstützen wir aktive Christen, die verfolgt werden, ihr Recht auf Religionsfreiheit nicht wahrnehmen können oder sich für andere einsetzen, die aus politischen oder religiösen Gründen verfolgt oder gefangen sind

„Mit der Bibel im Gepäck reisen“, das war eine Aktion,  die ich auch mit der HMK verbinde, die wir schon sehr früh nach Gründung der IGFM ins Leben gerufen hatten. Der dafür zugrundeliegende Aufruf hätte zu der damaligen Zeit aus jedem Land hinter dem Eisernen Vorhang kommen können. Ich zitiere auszugsweise aus einem Aufruf des russischen Priesters Gleb Jakunin:

„Glauben Sie nicht den falschen Zeugnissen! Der Bedarf an den Heiligen Schriften übersteigt bei weitem die durch den Staat erlaubten oder aus dem Ausland eingeführten Bibeln.

Christen der ganzen Welt!

Wir rufen Sie auf, die Bemühungen zu vervielfältigen, um den Hunger nach Bibeln zu stillen. Es ist unbedingt notwendig, Büchersammlungen zu organisieren. Man soll einen Massentourismus organisieren, aber mit dem humanen Zweck, unser Land mit religiöser Literatur zu sättigen. Jeder kann eine Bibel und ein Gebetbuch im Reisegepäck führen, und er soll belehrt werden, wie er diese Bücher an den Leser bringt. Erfüllen Sie Ihre Verpflichtung zur Nächstenliebe, in dem Sie helfen, dass das Wort Gottes in unserem Land gelesen werden kann!“

Die Hilfsaktion Märtyrerkirche wurde 1969 von Pfarrer Richard Wurmbrand gegründet. Die HMK ist also drei Jahre älter als die IGFM. Ich lernte Richard Wurmbrand 1978 in unserer Geschäftsstelle in Frankfurt am Main kennen. An dem Gespräch damals nahmen unsere Gründer Iwan Agrusow und Leonid Müller, unser damaliger Pressesprecher Hyla und ich teil. Agrusow war damals Geschäftsf. Vorsitzender, Leonid Müller war Schatzmeister. Und mit Richard Wurmbrand trafen drei charismatische Persönlichkeiten aufeinander, von denen jeder den anderen für die Arbeit des eigenen Vereins gewinnen wollte. Herr Agrusow suchte Richard Wurmbrand für die internationale Ausweitung der IGFM, Richard Wurmbrand wollte die IGFM für die Unterstützung seiner Arbeit gewinnen.  Einig war man sich in der Bewertung, dass wir in Osteuropa von einer verfolgten Kirche sprechen und den verfolgten Christen geholfen werden muss. Richard Wurmbrand hatte seine Erfahrungen mit dem kommunistischen Regime gemacht. Er kam nach einer erfolgreichen Karriere als Geschäftsmann erst 1937 zum christlichen Glauben, wurde schließlich lutherischer Pfarrer. 1948 wurde er verhaftet, verhört und gefoltert, zunächst acht Jahre bis 1956. Dann wurde er unter der Auflage, dass er nicht mehr predigt, amnestiert, doch drei Jahre danach erneut verhaftet und bis 1964 gefangen gehalten. Für 10.000 US-Dollar konnten norwegische Christen ihn und seine Familie freikaufen. Insgesamt war er 14 Jahre wegen seines Glaubens in Haft, davon drei Jahre in strenger Einzelhaft in unterirdischen Kerkern.

Richard Wurmbrands Besuch bei der IGFM war nur eine  Zwischenstation. Er kam gerade aus Norwegen, wo er eine Zweigstelle besuchte. Für mich war das insofern spannend, da ich damals mit einer Norwegerin aus Oslo verlobt war, die ich kurz danach zu besuchen beabsichtigte. Und diese Reise nutzte ich dann auch für einen Besuch dieser Zweigstelle in Oslo, die den ursprünglichen Auftrag seines Werks im Namen trug „Misjon bak Jernteppet“ – „Mission hinter dem Eisernen Vorhang“. Norwegisch radebrechend ließ ich mir von den Einsätzen berichten. Diese Misjon bak Jernteppet war damals eine finanzkräftige Filiale, die die Arbeit von Richard Wurmbrand unterstützen konnte, aber auch eigene Aktionen durchführte. Nicht zu übersehen waren die vielen Kisten von Neuen Testamenten in russischer Sprache, die vorwiegend über die mit Russland gemeinsame Grenze im Norden Norwegens geschmuggelt wurden. Ich habe diese  Mission in den Folgejahren mehrfach besucht. Doch leider mit einer Namensänderung in „Indre Mission“ veränderte diese Organisation auch ihren Auftrag, und sie war dann auch für mich kein adäquater Ansprechpartner mehr.

Ich war in der Zeit von 1978 bis 1985 der Mitglieder- und Arbeitsgruppenbetreuer der IGFM. Meine Aufgabe bestand darin, Aktionen und Demonstrationen zu organisieren und Einzelmitglieder und Mitglieder in Arbeitsgruppen als Helfer zu gewinnen. Und aufgrund dieser Aufgabe lernte ich einen der Vorsitzenden der jüngeren Vergangenheit der HMK kennen, nämlich Pastor Ernest Ahlfeld, damals noch Schüler, aber immerhin Arbeitsgruppensprecher der IGFM-Gruppe in Ellwangen, als dessen Freund ich mich heute noch bezeichne. Mein Einstand in der IGFM 1978 war ein dreitägiger Hungerstreik von etwa 100 Personen am 10. Dezember 1978 – Tag der Menschenrechte – auf dem Marktplatz in Bonn. Die Teilnehmer damals waren zu 80 Prozent Russland- und Rumäniendeutsche, die anderen waren ehemalige politische Gefangene aus der DDR, der Sowjetunion oder anderen kommunistischen Staaten. Die Russland- und Rumäniendeutschen setzten sich für Angehörige in ihren Herkunftsstaaten ein. Und wer ihnen zuhörte, der erfuhr dann, dass es zwar vorrangig um Familienzusammenführung ging, doch die Gründe für ihren Wegzug lagen in vielen Fällen darin, dass sie als evangelische Christen gehindert wurden, ihren Glauben zu leben. Wenn ich heute in unser Archiv gehe, finde ich durch die Jahre Schicksalsberichte von rumänischen Pastoren und einfachen Gläubigen, die für ihr Eintreten für das Menschenrecht, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden, in die Gefängnisse gesteckt wurden.

Wie bei der  HMK, so lagen die Motive für die Gründung der IGFM hinter dem Eisernen Vorhang bzw. dort, wo kommunistische Diktaturen ihren Bürgern die Menschenrechte verwehrten und sie für ihre Inanspruchnahme bestraften. Die Verfolgung von Christen war nicht auf die bisher genannten Länder beschränkt, sondern sie fanden in allen Ländern statt, die sich kommunistisch oder sozialistisch nannten. Auch die IGFM riet ihren Mitgliedern, bei Reisen in diese Länder, Bibeln oder christliche Literatur mitzuführen und sie in den Zollerklärungen, wo gefordert, für den Eigenbedarf zu deklarieren und dann in den Kirchen, Klöstern oder bei privaten Besuchen zu „vergessen“.  Den großen Einsatz wie HMK haben wir nicht betrieben. Ich kann mich lediglich an eine Aktion nach dem Fall der Mauer erinnern, wo wir, in der Größenordnung von 50.000, Bibeln in humanitären Hilfstransporten nach Russland und in die Ukraine mitgenommen hatten.  Es war halt nicht unser Hauptauftrag, aber das ist ja das Gute: Zur Berechtigung der Vielfalt der Organisationen gehört eine vernünftige Arbeitsteilung. Die HMK hat ihren Auftrag mit großem Engagement wahrgenommen, und daher ist sie zurecht Preisträger des Stephanus-Sonderpreises.

An einem Mann, den ich viele Jahre mit der HMK verbunden habe und mit dem ich viele Jahre befreundet war, komme ich nicht vorbei. Pastor Klaus-Reiner Latk. Er kam aus der DDR, und auch dort stand es mit der Wahrnehmung des Rechts auf Religionsfreiheit nicht zum Besten. Er war eine Studiengefährte von Pastor Oskar Brüsewitz. Ich habe im Archiv einen Artikel gefunden, in dem sich Klaus-Reiner Latk erinnert: Ich zitiere:

„Am 18. August 1976 hatte sich der evangelische Pastor Oskar Brüsewitz auf dem Marktplatz der Stadt Zeitz mit Benzin überschüttet und verbrannt. Pastor Brüsewitz hatte seinen Pfarrdienst missionarisch verstanden. Sein öffentliches Wirken stand im Gegensatz zu der Rolle, welche die DDR-Regierung der Kirche zuordnet. So hatte er zum Beispiel ein weitleuchtendes Neonkreuz an seinem Kirchturm befestigt, für dessen Extra-Stromverbrauch er gezwungen wurde, in seiner Wohnung Kerzenlicht zu benutzen. Für das Dorf hatte er einen Kinderspielplatz selbst gebaut. Es wird berichtet, dass er dem Parteiplakat „25 Jahre DDR“ ein eigenes Plakat gegenübergestellt hatte: „2000 Jahre Kirche Jesu Christi“.

Nachdem ein Kollege und ich der Ständigen Vertretung und dem ARD-Korrespondenten Lothar Loewe über den Vorfall in Zeitz berichtet hatten, wurde ich von dem Ratsvorsitzenden des Kreises Sangershausen zur Rechenschaft gezogen. Er bezeichnete mein Bekanntmachen des Flammenzeichens als eine „schmutzige und unmoralische Handlungsweise“. Und in den Folgetagen erhielt ich keine Post mehr und das Telefon war abgeschaltet. Schließlich wurde ich mit meiner Familie unter Haftandrohung zur Ausreise innerhalb acht Stunden genötigt. Ich hätte –so die Begründung- Handlungen betrieben, für welche andere DDR-Bürger längst inhaftiert worden wären. Meine Bemühungen, von der Kirchenleitung in der Situation Hilfe zu erhalten, waren vergebens.“

(Zitat Ende)

Die Nachstellungen wegen Zugehörigkeit zur Kirche, gar aktive Teilnahme am christlichen Gemeindeleben, nahm selbst auf die Kinder keine Rücksicht. Pastor Latk erzählte uns: „Meine Tochter hatte eine Schulfreundin, die des Öfteren auf dem Heimweg von anderen Kindern geschlagen wurde. Die Mutter des Mädchens berichtete uns, die Klassenlehrerin Christina Koch habe zu ihr gesagt: ‘Wenn ihre Tochter nicht mehr mit dem Pfarrerskind spielt, wird sie sicher auch nicht mehr von den anderen Kindern geschlagen.‘ Oder ein anderes Beispiel, das über den Tod hinausgeht: 1974 drohte mir der Bürgermeister von Reistedt, dass er mich einsperren ließe, wenn ich für den verstorbenen Kirchenältesten eine Trauerfeier anberaumen würde. Die Partei nämlich hatte eine Trauerfeier für ihr Parteimitglied anberaumt, und die kirchliche Feier passte nicht zu diesem Bild.“

Die Stasi-Akten jedenfalls beweisen heute, dass das Wirken mutiger Pastoren wie Brüsewitz heruntergespielt werden sollte. Er wurde nach seiner Tat als anormaler und bedauernswerter Geisteskranker bezeichnet. Darum sollte ihm die Pfarre weggenommen werden. Eine zentrale Rolle spielte dabei Manfred Stolpe, damals Leiter des DDR-Kirchenbundes, und der Staatssekretär für Kirchenfragen Hans Seigewasser. Laut einem Protokoll von Seigewasser hat Stolpe gesagt: „Wenn das bekannt wird, wird das die Westpresse in der ihr eigenen Weise ausschlachten. Es muss von uns eine Solidarität mit dem Staat bekundet werden.“ Doch auch vom Westen her fand Brüsewitz keinen Beistand. Als Pastor Latk dem Vertreter Bonns in Ost-Berlin, Günter Gaus, berichtete, riet er dringend davon ab, den Fall publik zu machen, denn die politische Konstellation verlange Annäherung. Gerade die Kirche als Vermittler und ruhender Pol leiste ihre Aufgabe gut.“

Klaus-Reiner Latk bleibt uns nicht nur als engagierter Kämpfer gegen DDR-Unrecht, sondern auch als Garant für den sonntäglichen Gottesdienst bei den IGFM-Jahresversammlungen in guter Erinnerung.

Herr Flick, Pastor Latk und ich hatten einen gemeinsamen Auftritt von HMK und IGFM in Nigeria auf Einladung des Generalvikars des Bistums Enugu, Prof. Obiora Ike, den letztjährigen Preisträger der Stephanus-Stiftung. Er stellte uns Opfer aggressivster Brutalität vor: Frauen, deren männliche Angehörigen, auch Kinder, von der islamistischen Organisation Boko Haram bzw. extremistischen Fulani-Hirten umgebracht wurden. Um nicht selbst ermordet zu werden, blieb ihnen nur die Flucht. HMK hatte damals sehr großzügig geholfen. Doch darüber hinaus gab es für uns drei ein Rahmenprogramm, wobei die Verkündung des Evangeliums und ihre Wirkung Teil des Programms war. Beindruckt hatte mich der Besuch eines Mädchengymnasiums. Die meisten Kinder waren getauft, aber nicht alle. Obiora Ike erklärte uns, dass der Besuch dieses christlichen Gymnasiums, getauft zu sein, nicht zu Bedingung gemacht habe, aber nun stünde demnächst die Firmung an und es gäbe noch ein paar Mädchen, die bis dahin getauft und zur Kommunion gegangen sein wollten. Und wir lernten diese Mädchen kennen, mit welchem inneren Begehren sie Christinnen werden wollten, ja öffentlich bekundeten, bereit seien, für Jesus zu sterben. Und schließlich hatten wir sogar das Glück,  ich muss sagen – das Vergnügen – an der zentralen Firmung von, jedenfalls für mich, unbekannten Ausmaßes mit mehreren Hundert Firmlingen teilnehmen zu dürfen. In der Mitte aller Kinder saß der Bischof auf einem erhöhten Platz, und er sprach mit den Kindern gemeinsam das Glaubensbekenntnis, immer wieder unterbrochen von Jubel, Klatschen und rhythmischen musikalischen Einlagen, dass mir das Herz aufging. Also für mich steht fest: Die Renaissance des Christentums kommt aus Afrika. Natürlich, es war nur eine Episode, doch ein Zeichen für die Kraft, die im Glauben liegen kann, wenn man denn wirklich glaubt und bereit ist zu geben.

Liebe Freunde, sehr geehrte Damen und Herren, hier enden meine persönlichen Begegnungen mit HMK. Ich kann Ihnen sagen, dass ich ein Fan Ihrer Arbeit bin. Sie ist ehrlich und großzügig. Das, was Sie in den Jahren Ihrer Existenz geschaffen haben, ist mit Preisen allein nicht zu würdigen. Und Sie werden mir zustimmen, die wahre Würdigung ist die Spende als Anerkennung für geleistete Arbeit und Vertrauensvorschuss für den zukünftigen Einsatz.

Aus der Idee des Richard Wurmbrand ist ein weltumspannendes Hilfswerk geworden, entstanden aus dem Widerstand gegen die Entrechtung durch kommunistische und sozialistische Diktaturen, auch heute, in Ländern ohne diese roten Vorzeichen tätig, und seinen Zielen treu geblieben,

  • denen zu helfen, die ihren christlichen Glauben nicht frei leben können und aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit unter Bedrängung und Verfolgung leiden.
  • Durch tätige Nächstenliebe ihre Mitmenschen und sogar ihre Verfolger zum Glauben an Jesus Christus einzuladen. Weltmission als Auftrag – nicht mehr und nicht weniger – verbunden mit tätiger Nächstenliebe
  • Durch ihre monatlich erscheinende Zeitschrift „Stimme der Märtyrer“ verfolgten Christen eine Stimme zu geben und ihre Berichte zu veröffentlichen.

Das DZI hat Ihnen das begehrte Spendensiegel verliehen und bescheinigt Ihnen uneingeschränkte Förderungswürdigkeit. Ihre Öffentlichkeitsarbeit ist – und ich stütze mich dabei nur auf die mir bekannten Publikationen wie Stimme der Märtyrer, Ihren Jahresbericht und diverse Infos – klar, engagiert, deutlich. Sie machen nichts vor, Sie machen, was Sie sagen und schreiben.

Das alles geht nur mit den Menschen, die hinter dieser Idee stecken und einem Vorstand, der sich Ziele setzt und sie verwirklicht. Wenn ich gefragt würde, wer die HMK, so wie sie heute dasteht, verkörpert, fallen mir Kirchenrat Dr. Rolf Sauerzapf, der die HMK durch gute und schwere Tage verlässlich begleitet und mitgeleitet hat,  und Missionsleiter Manfred Müller, der aus einem Werk mit wenigen Projekten eine moderne Hilfsorganisation mit 170 Projekten in 50 verschiedenen Ländern zusammen mit dem HMK-Team geführt hat, als Erste ein. Alle Nichtgenannten sollen sich bitte mitangesprochen fühlen.

Das Besondere Ihrer Arbeit ist es, Christen aller Denominationen zur Seite zu stehen, wo immer es notwendig und möglich ist. Märtyrer, ein Wort, das heute auch Extremisten für sich beanspruchen, waren und sind für HMK wie auch für mich nur die, die keine Gewalt angewendet haben. Und mit ihrem Zeugnis sollen die Christen ermutigt und gestärkt werden, auch bei uns.

Ganz persönlich danke ich Ihnen für diese Ihre Arbeit, die auch für mich stets Vorbild und Ansporn war. Mit einem Wort von Richard Wurmbrand aus Ihrer Broschüre „50 Worte aus der Verfolgung“ möchte ich zum Abschluss kommen:

„Gott wird uns einmal nicht danach beurteilen, wie viel wir erduldet haben, sondern wie viel Liebe wir aufgebracht haben.“

Herzlichen Dank, dass es Sie gibt, herzlichen Dank für Ihren Einsatz für die verfolgten Christen weltweit!

Wetzlar, 3. Juli 2021

Karl Hafen

Stephanuspreis für verfolgte Christen an Menschenrechtler aus Nigeria

Stephanuspreis für verfolgte Christen an Menschenrechtler aus Nigeria

Der nigerianische Priester und Menschenrechtler Obiora Francis Ike mit der Stiftungsvorsitzenden Michaela Koller

Foto: Globeethics

Stephanuspreis für verfolgte Christen an Menschenrechtler aus Nigeria

Der nigerianische Priester und Menschenrechtler Obiora Francis Ike hat am 3. Juli den diesjährigen Stephanuspreis für verfolgte Christen in Genf in der Zentrale des Weltkirchenrates erhalten. Aufgrund der COVID-19-Pandemie fand die Übergabe der Auszeichnung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Theologe und Sozialethiker fungiert als Direktor der schweizerischen Stiftung Globethics.net, die dort ihren Sitz hat. Von 1998 bis 2009 war er Generalvikar des katholischen Bistums Enugu im Süden Nigerias. „Professor Ike ist Brückenbauer zwischen Europa und Afrika, Muslimen und Christen sowie zwischen Gegenwart und Zukunft. Wir ehren ihn, weil er trotz der Gefahr für sein Leben unbeirrt und emsig an seinem Einsatz besonders für die junge Bevölkerung seiner Heimat festhält. Wir würdigen seine überzeugenden Bemühungen für mehr Frieden und Zuversicht“, erklärt der Vorstand der Stiftung.

Obiora Ike hat mehr als 20 regierungsunabhängige Organisationen gegründet. Darunter ist das Katholische Institut für Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden (CIDJAP), das seit 1987 ein Patenschaftsprogramm für Bildung betreibt, welches auch aus Deutschland und Österreich unterstützt wird. Ike, der fließend Deutsch spricht, studierte in Innsbruck und wurde auch in Österreich 1981 zum Priester geweiht. An der Universität Bonn folgte 1985 seine Promotion mit einer Doktorarbeit über ein Thema der katholischen Soziallehre und dessen Bedeutung für Afrika.„Bildung gibt einem Kind einen Schlüssel für die Zukunft“, sagt er.

Mit seinem Programm tut der 1956 in Nordnigeria geborene Ike genau das, was die islamistische Terrormiliz Boko Haram bekämpft. Deren Name bedeutet übertragen: Keine Ausbildung, keine westlichen Werte, keine Zivilisation. Seit vielen Jahren brennen diese Terroristen Schulen, Kirchen und Moscheen nieder. Sie bekämpfen die Muslime, die sich nicht ihrer Weltsicht anschließen und verfolgen die Christen, für die Nordnigeria bald schon zu einem der gefährlichsten Orte auf der Welt geworden ist. Inzwischen herrscht in ganz Nigeria ein hohes Maß an Unsicherheit. Die Christen werfen ihrer Regierung vor, auf die blutige Herausforderung viel zu dürftig zu reagieren. Für mehr Schutz gingen sie schon demonstrieren, von Europa und Amerika weitgehend unbeachtet.„Ich nehme diesen Preis auch im Namen all derer dankend an, die auf die Versöhnung zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften hinwirken und die, die auf eine Zukunft ohne Benachteiligung hinarbeiten“, sagte Obiora Ike bei Entgegennahme des Preises in Genf.Im Oktober 2002 entging Obiora Ike selbst nur knapp einem Mordanschlag. Im November 2012 stürmten Terroristen eines Sonntags in den frühen Morgenstunden die katholische Kirche Sankt Leo in Enugu, wo Prälat Obiora Ike wirkte, und zerstörten das Inventar. Daraufhin ermutigte er die Gläubigen, standhaft im Glauben auszuharren und den Angreifern zu vergeben.Die Auszeichnung ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde, Stephanus, benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Zu den früheren Preisträgern zählen Kardinal Joseph Zen aus Hongkong, der persönlich im April 2018 den Preis international stark beachtet entgegen nahm, der chaldäisch-katholische Patriarch Kardinal Louis Raphael I. Sako, der vietnamesische Menschenrechtler und christliche Anwalt Nguyen Van Dai und die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony. Zwei Preisträger sind nach der Auszeichnung den Märtyrertod gestorben: der erste Preisträger, Ranjha Masih, ein mit Asia Bibi vergleichbarer Fall angeblicher Blasphemie, der an den Folgen eines Racheaktes starb, sowie der am 7. April 2014 von einem Al-Nusra-Kämpfer ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt aus Homs in Syrien. Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen gewährt zum Beispiel Zuschüsse zur Ausbildung, wenn Opfer aufgrund von Diskriminierung davon ausgeschlossen sind oder zahlt Beiträge zu Anwaltskosten, die im Zusammenhang von Verfolgung anfallen. Sie engagiert sich in diesem Sinne in Ägypten, im Libanon, Irak und in Asien und demnächst auch in Afrika.Eine öffentliche Feier mit Laudatio des bekannten katholischen Publizisten Martin Lohmann wird voraussichtlich im nächsten Jahr nachgeholt.

Stephanus-Stiftungspreis 2019 für Pater Tom Uzhunnalil

Stephanus-Stiftungspreis 2019 für Pater Tom Uzhunnalil

2016 wurde Pater Tom Uzhunnalil, der zum Orden der Salesianer Don Boscos gehört, in Jemen von Islamisten entführt und 18 Monate lang festgehalten. Dass er die Gefangenschaft überlebt hat und schließlich entlassen wurde, schreibt Pater Tom dem Gebet vieler Menschen zu. Dies berichtet er u.a. in seinem Buch „By the Grace of God“.

Im September 2019 erhielt er von der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ eine Auszeichnung in den Räumlichkeiten des Deutschen Ordens in Frankfurt/M.

Bonifatius TV aus Fulda hat die Verleihung des Preises aufgezeichnet. Zum Beitrag geht es hier

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