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Über die Stiftung

Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde in Jerusalem benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Dr. Wolfgang Link, seit 1975 engagiertes Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) (Arbeitskreis Religionsfreiheit, Arbeitsgruppe Karlsruhe), gründete die Stiftung im Jahr 2006. Der Zweck ist die Hilfe für verfolgte Christen, und für diejenigen, die diese unterstützen.  Nachdem die Stiftung seit 8. November 2007 als rechtsfähig anerkannt worden war, wurde sie bis zum 30. Juni 2016 von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) treuhänderisch verwaltet. Nach einer Übergangszeit, in der die Verwaltung einem Geldinstitut anvertraut war, übernahm sie am 1. November 2016 die Vorstandsvorsitzende der Stiftung bürgerlichen Rechts,  Michaela Koller.

Christen und ihren Angehörigen, wenn sie aufgrund von Diskriminierung bedürftig geworden sind, gewährt die Stiftung Zuschüsse zum Lebensunterhalt oder zur Ausbildung. Auch werden Beiträge zu Ausreisekosten, die im Zusammenhang mit der Verfolgung anfallen, gezahlt. In diesem Sinne engagiert sich die Stiftung derzeit im Nahen Osten, Afrika sowie in Südasien. Die Stiftung fördert zudem die Anschaffung von Bibeln und religiöser Literatur. Darüber hinaus wird durch Medienarbeit, Veranstaltungen und Aktionen national wie international auf die Situation verfolgter Christen aufmerksam gemacht, Hintergründe von Missachtung der Religionsfreiheit aufgedeckt. Regierungen, öffentliche Autoritäten, nichtstaatliche Organisationen und gesellschaftliche Institutionen werden aufgefordert, die Religionsfreiheit, wie sie in der UN-Menschenrechtserklärung vom 10. Dezember 1948 festgelegt ist, zu beachten und zu fördern.

Preisträgerin Aneeqa Anthony bereitet mit jungen Mandanten Geschenk für den Papst vor; Foto: The Voice Society

Michaela Koller mit Aneeqa Anthony zu Besuch in einer pakistanischen Ziegelei; Foto: The Voice Society

Mindestens einmal im Jahr wird der Stephanuspreis für verfolgte Christen vergeben. Mit dem Preis ehrt die Stiftung Personen sowie Institutionen, die sich in Verfolgerstaaten oder in Verfolgungssituationen als Bekenner besondere Verdienste erworben und trotz Gefahr für Leib und Leben gewaltlos für ihren Glauben eingetreten sind. Weiter können Personen und Institutionen geehrt werden, die sich außerhalb von Verfolgerstaaten besondere Verdienste im Einsatz für verfolgte Christen, christliche Gemeinschaften und Gemeinden erworben haben.

Zu den Preisträgern zählen außer Kardinal Joseph Zen aus Hongkong, der am 7. April 2018 international beachtet persönlich den Preis entgegen nahm, der chaldäisch-katholische Patriarch Kardinal Louis Raphael I. Sako, die Redaktion der Nachrichtenagentur Idea, der vietnamesische Menschenrechtler und christliche Anwalt Nguyen Van Dai, die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony sowie der evangelisch-lutherische Pfarrer Gottfried Martens wegen seiner Arbeit für iranische und afghanische Flüchtlinge. Zwei Preisträger sind nach der Annahme der Auszeichnung den Märtyrertod gestorben: der erste Preisträger, Ranjha Masih, ein mit Asia Bibi vergleichbarer Fall, der infolge eines Racheaktes starb, sowie der am 7. April 2014 von einem Al-Nusra-Kämpfer ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt aus Homs in Syrien.

Seit 2016 ist die Journalistin und Politikwissenschaftlerin Michaela Koller, Referentin für Religionsfreiheit bei der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (Frankfurt), Vorstandsvorsitzende der Stiftung.

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat die Stiftung am 8. November 2007 anerkannt. Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung. Dies ist vom Finanzamt Frankfurt anerkannt.

Stiftungsvermögen: 580.000,- Euro

Preisträgerin Aneeqa Anthony bei Papst Franziskus; Foto: Osservatore Romano

Der Sonntag (Bistum Limburg), 6. November 2016 Nr. 45

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