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Liebe Freunde und Förderer,

die derzeitige weltweite Krise wirkt wie ein Brandbeschleuniger auf das Unrecht, das Minderheiten in zahlreichen Ländern, insbesondere christliche Gemeinschaften in so vielen Despotien, ohnehin zu erleiden haben. Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen hat sich jedoch durch allerlei Beschränkungen und Risiken nicht davon abbringen lassen, ihre bewährte Unterstützung der wegen ihres Glaubens Verfolgten seit 2020 massiv auszubauen. Jetzt helfen wir erst recht!

Natürlich kann in diesen Zeiten jeder aus unterschiedlichen Gründen in Not geraten. Jedoch werden die verfolgten Christen nicht um ihrer selbst willen gepeinigt, sondern stellvertretend für Jesus Christus, sozusagen an seiner Stelle, sodass es dabei um Gott selber geht, dessen Geburt an diesem bevorstehenden Weihnachtsfest wieder gefeiert wird. Unser Stiftungszweck erfüllt in einem tieferen Sinne auch einen besonderen kirchlichen Auftrag.

In diesem nun ausklingenden Jahr hat uns sehr viel Dank erreicht, den ich an Sie, die Sie uns mit Ihrer Gabe und Ihrem Gebet unterstützt haben, weitergeben kann: „Sie leisten ein sehr großzügiges Werk, indem sie diesen jungen Frauen ihr Lächeln und ihr Selbstvertrauen zurückgeben“, schrieb uns Schwester Dr. Mary Rose-Claret Ogbuehi. Sie gehört einer nigerianischen Gemeinschaft von Ordensfrauen an, die karitativen Berufen nachgehen und sich dabei vor allem in den Dienst von Frauen, Kindern und Bedürftigen stellen. Um im guten christlichen Sinne der Würde der Frau zur Durchsetzung zu verhelfen, gründete die Schwester Claret im südnigerianischen Enugu, wo sie herkommt, die Organisation „Women Empowerment through Education“ (WETE). Sie ahnen sicher schon, wie wir Schwester Claret kennengelernt haben: Dies geschah auf Vermittlung unseres Preisträgers von 2020, Professor Obiora Ike, ebenfalls aus Nigeria. Der katholische Priester und Gelehrte hat sich wieder einmal als Brückenbauer erwiesen.

Und so können wir nun christlichen Überlebenden islamischer Gewalt in dem westafrikanischen Staat ein starkes Zeichen der Hoffnung schenken. Schwester Claret hat uns konkret um Hilfe für Opfer von Vergewaltigung durch islamische Banden der Fulani-Hirtennomaden oder durch Dschihadisten von Boko Haram gebeten. Diese betroffenen Frauen haben meist noch darüber hinaus miterleben müssen, wie bei den Überfällen ihr Haus geplündert, in Brand gesteckt und ihre männlichen Verwandten gleich an Ort und Stelle grausam ermordet wurden. Die Überlebenden sind durch dieses Leid entsprechend traumatisiert. Schwester Claret belässt es jedoch nicht bei medizinischer und psychologischer Versorgung. Sie will den Mädchen und Frauen eine Zukunftsperspektive eröffnen. Sie sollen auch bald wieder in den Alltag integriert werden, damit sie in ihrem Leben wieder einen Sinn erkennen können.

Daher haben wir uns überlegt, eine Ausbildung oder die Fortsetzung eines Studiums zu fördern oder hier und da auch eine Starthilfe für ein Kleinunternehmen auszuzahlen. So können sie, zumal wenn sie ihre Männer oder Väter verloren haben, wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen. Die Ausbildungsgebühr beträgt pro Jahr umgerechnet rund 350 Euro. Für 600 Euro können wir schon eine kleine Garküche einrichten, die bei den zahlreichen Pendlern in Nigeria sehr beliebt sind. Es braucht also nur eine Handvoll Leute, die einmal im Monat auf einen Kaffee auswärts verzichten, um das Schicksal einer Christin zum Besseren zu wenden.

Durch Spenden war es uns in diesem Jahr möglich, das internationale Johanna-Chusa-Stipendium ins Leben zu rufen, zugunsten von Christinnen in Bedrängnis. Die Namensgeberin dieses Stipendienprogramms, Johanna Chusa, war die Frau eines Beamten des Herodes Antipas. Sie ist bekannt aus dem Lukas-Evangelium und aus dem Martyrologium Romanum, wo berichtet wird, dass sie den Jüngern die Botschaft von der Auferstehung überbrachte. Johanna muss den Berichten zufolge eine kluge sowie mutige Frau gewesen sein, zudem überzeugend und wohlhabend. Sie stand zu Jesus, begleitete ihn und förderte ihn und seine Jünger mit ihrem Vermögen. Schließlich war sie eine der drei Frauen, die als erste die Botschaft von der Auferstehung verbreiteten, weil sie Jesu Grab leer vorgefunden hatten. Wir haben 2021 nicht nur die Schülerinnen und Studentinnen von WETE in Nigeria, sondern auch Stipendiatinnen, die uns durch Initiativen aus Pakistan, Indien, Türkei und Ägypten vorgestellt wurden, in das Programm aufnehmen können – alles Länder, in denen sich die Lage auf die eine oder andere Weise für die Christen zuspitzt. Ich danke Ihnen für Ihre Großzügigkeit, um in dunkler Zeit für diese Menschen ein Licht entzünden zu können. 

Gnadenreiche Weihnachten und ein friedvolles Jahr 2022 wünsche ich Ihnen auch im Namen des Vorstands

Michaela Koller

Vorsitzende

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