Stiftung würdigt Initiative mit „Stephanus-Sonderpreis 2026“
Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen ehrt die Organisatoren der „Lichterkette für verfolgte Christen“ mit dem Stephanus-Sonderpreis 2026. Damit sollen authentische Mitmenschlichkeit und beeindruckende Beharrlichkeit, die die Initiatoren auszeichnen, als vorbildlich gewürdigt werden, so heißt es am Mittwoch in einer Erklärung der Stiftung. Für die alljährlich im November stattfindende Kundgebung in der Hamburger Innenstadt ist ein Bündnis der folgenden örtlichen Gruppen verantwortlich: Die Arbeitsgruppe Hamburg der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), „Gemeinsam für Hamburg“ der Evangelischen Allianz Hamburg sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg, insbesondere die orientalischen Kirchen. Sie arbeiten seit 15 Jahren zusammen, um in Fällen dramatischen Unrechts für die Betroffenen einzutreten. Die Veranstalter richten sich in Appellen an Oberhäupter der jeweiligen Staaten, in denen das Recht auf Religionsfreiheit massiv eingeschränkt ist, und machen dabei auf Einzelschicksale aufmerksam. „In diesen herausfordernden Zeiten schwimmen sie gegen den Strom, indem sie nicht wegsehen, sondern sich vielmehr von diesen Schicksalen im Herzen berühren lassen und der weit verbreiteten Resignation mit ihrer Beharrlichkeit und Zuversicht entgegentreten“, sagte die Vorsitzende der Stiftung, Michaela Koller. Die Auszeichnung wird am 11. April 2026 (Samstag) ab 19 Uhr in einem Festakt im Bonner Gustav-Stresemann-Institut verliehen.
Die gemeinsame Initiative entstand 2011 aus einer breiten Protestaktion zugunsten des damals im Iran von der Todesstrafe bedrohten Pastor Youcef Nadarkhani, der zum Christentum übergetreten war. Der Bundestags-Menschenrechtsausschuss unterstützte anschließend einstimmig das Anliegen der seinerzeit stark medial beachteten Demonstration. Schließlich trat die damalige Bundesregierung für den verfolgten Christen ein und übte durch Einbestellung des iranischen Botschafters Druck auf Teheran aus. „Das war eine der wenigen Höhepunkte der deutschen Politik gegenüber dem Terror-Regime. Auf das bürgerschaftliche Engagement, das dazu geführt hat, können wir mit Recht stolz sein“, bewertet die Stiftung die Anfänge der „Lichterkette für verfolgte Christen“. Im September 2012 wurde Nadarkhani endlich vor der Hinrichtung durch Erhängen gerettet und freigelassen. Auch für die Stephanus-Preisträgerinnen von 2010, Maryam Rostampour und Marziyeh Amirizadeh aus dem Iran, traten die Hamburger ein. Die beiden Christinnen kamen später ebenso frei.
Details zur Veranstaltung:
Der Stephanus-Sonderpreis wird am Samstag, 11. April 2026, in einem Festakt um 19 Uhr nach dem offiziellen Teil der Jahresversammlung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Bonn, Gustav-Stresemann-Institut (Langer Grabenweg 68), verliehen. Der frühere Geschäftsführende Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Karl Hafen, wird die Laudatio halten; Grußworte sprechen unter anderem die früheren Bundestagsabgeordneten Burkhardt Müller-Sönksen (FDP) und Jürgen Klimke (CDU).
Information über die Stiftung:
Die Auszeichnung – wie auch die Stiftung – ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde, Stephanus, benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Der Stephanus-Preis wird seit 2006 jährlich verliehen. Zu den Preisträgern zählen die konvertierte iranische Bürgerrechtlerin Mary Mohammadi (bekannt aus dem Erfolgsfilm „The Passion of A Revolutionary Cinderella“), Hongkongs ehemaliger katholischer Oberhirte, Kardinal Joseph Zen, der auch schon für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde, die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony, Jesuitenpater Frans van der Lugt aus dem syrischen Homs, der ein Jahr nach Preisverleihung von radikalislamischen Kämpfern ermordet wurde, sowie die in Cannes preisgekürte christliche Schauspielerin Demyana Nassar aus Ägypten. Die in Frankfurt ansässige Organisation hilft unterdrückten sowie verfolgten Christen zum Beispiel mit Zuschüssen für ihre juristische Verteidigung oder ihre Ausbildung und macht auf Verletzungen der Religionsfreiheit aufmerksam.
Foto-Copyright: „Lichterkette für verfolgte Christen“/ Hamburg
