21 christliche Gastarbeiter starben durch IS-Terroristen

Sep 5, 2022 | Märtyrer des Monats

„Märtyrer des Monats September 2022“

 

Im September 2017 wurden in einem Massengrab an der libyschen Küste nahe der Stadt Sirte die Leichname von 21 Mordopfern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) aufgefunden. Es handelte sich dabei um 20 koptische Christen aus Ägypten sowie um einen Christen aus Ghana, die als Gastarbeiter nach Libyen gekommen und um die Jahreswende 2014/2015 entführt worden waren. Die sterblichen Überreste wurden 2018 nach El-Or bei El Minia überführt, wo 13 der Opfer herstammen. In der dort zu ihren Ehren neu erbauten, großen Kirche fanden sie ihre letzte Ruhestätte.

Die Gruppe Ansar El-Scharia, die sich im Oktober 2014 dem IS angeschlossen hatte, ergriff die Gastarbeiter bei zwei Überfällen im Dezember 2014 und Januar 2015.

Sie filmte ihre Mordtaten, die sie an einem Strand verübten. Das fünfminutige Video wurde am 15. Februar 2015 unter dem Titel „Eine in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes“ im Internet veröffentlicht. Experten halten den Film für authentisch.

Darin ist zu sehen, wie Männer, ganz in Schwarz gekleidet, die Opfer in orangefarbenen Overalls an einen Strand schleppen. Ein Sprecher der Gruppe sagt, man stünde „heute im Süden Roms, in Libyen“. An den Westen gerichtet, erklärt er: „Wir werden das Meer mit eurem Blut tränken.“ Im Anschluss ist zu sehen, wie die Extremisten die Entführten enthaupten.

Als Reaktion auf den Massenmord griff die ägyptische Luftwaffe IS-Stellungen in Libyen an. Der koptisch-orthodoxe Papst Tawadros II. sprach die Männer heilig und nahm sie als Märtyrer in das entsprechende liturgische Buch, das Synaxarion, auf. Von vielen unter ihnen ist der Glaubenseifer zu ihren Lebzeiten belegt.

Papst Franziskus sagte in einer Videobotschaft zum Gedenktag der 21 Märtyrer am 15. Februar 2021, diese Männer seien „Heilige aller Christen, aller Konfessionen und christlichen Traditionen … Diese Männer gaben Zeugnis von Jesus Christus. Die Kehlen aufgeschlitzt von der Brutalität des Islamischen Staates, starben sie mit den Worten „Herr Jesus!“ – indem sie den Namen Jesu bekannten.“ Er dankte zudem den Bischöfen und Priestern der koptischen Schwesterkirche, die die Männer lehrte und im Glauben wachsen ließ, und darüber hinaus den Müttern der 21 Märtyrer. Sie hätten ihre Söhne „mit Glauben gestillt.“

Der Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach hat die Familien der umgebrachten Christen in Ägypten 2017 besucht und dazu das eindrucksvolle Buch „Die 21 – Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer“ verfasst.

Bei den Angehörigen seien keine Rachegefühle zu bemerken. Vielmehr kennzeichne sie Genugtuung, christliche Märtyrer in ihrer Familie zu wissen. Sie finden Trost in ihrer Verehrung als Heilige, die in Fotokollagen mit Kronen auf dem Kopf dargestellt werden. Walter Flick

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