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Laudatio zu Ehren der Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK) 2021

Laudatio zu Ehren der Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK) 2021

Träger des Stephanus-Sonderpreises 2021

Wetzlar – Samstag, 3. Juli 2021

Karl Hafen, bis 2015 Geschäftsführender Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und bis 2016 Vize-Vorsitzender der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen

Die Rede im Film/ YouTube-Channel der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen

Liebe Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke für die Ehre, die Laudatio auf die Hilfsaktion Märtyrerkirche – kurz HMK – halten zu dürfen. Als Mitarbeiter und ehemaliges Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte  (IGFM) war mir die HMK seit meinem Eintritt in die IGFM im Jahre 1978 ein ständiger Begleiter. Ich habe in meinem beruflichen Lebensweg einige Ihrer herausragenden Persönlichkeiten treffen, ja gemeinsam längere Wegstrecken mit ihnen zurücklegen können, doch auch in der praktischen Arbeit selbst begegneten sich unsere Ziele und Arbeitsweisen. Und nicht zuletzt unterstützten und unterstützen wir aktive Christen, die verfolgt werden, ihr Recht auf Religionsfreiheit nicht wahrnehmen können oder sich für andere einsetzen, die aus politischen oder religiösen Gründen verfolgt oder gefangen sind

„Mit der Bibel im Gepäck reisen“, das war eine Aktion,  die ich auch mit der HMK verbinde, die wir schon sehr früh nach Gründung der IGFM ins Leben gerufen hatten. Der dafür zugrundeliegende Aufruf hätte zu der damaligen Zeit aus jedem Land hinter dem Eisernen Vorhang kommen können. Ich zitiere auszugsweise aus einem Aufruf des russischen Priesters Gleb Jakunin:

„Glauben Sie nicht den falschen Zeugnissen! Der Bedarf an den Heiligen Schriften übersteigt bei weitem die durch den Staat erlaubten oder aus dem Ausland eingeführten Bibeln.

Christen der ganzen Welt!

Wir rufen Sie auf, die Bemühungen zu vervielfältigen, um den Hunger nach Bibeln zu stillen. Es ist unbedingt notwendig, Büchersammlungen zu organisieren. Man soll einen Massentourismus organisieren, aber mit dem humanen Zweck, unser Land mit religiöser Literatur zu sättigen. Jeder kann eine Bibel und ein Gebetbuch im Reisegepäck führen, und er soll belehrt werden, wie er diese Bücher an den Leser bringt. Erfüllen Sie Ihre Verpflichtung zur Nächstenliebe, in dem Sie helfen, dass das Wort Gottes in unserem Land gelesen werden kann!“

Die Hilfsaktion Märtyrerkirche wurde 1969 von Pfarrer Richard Wurmbrand gegründet. Die HMK ist also drei Jahre älter als die IGFM. Ich lernte Richard Wurmbrand 1978 in unserer Geschäftsstelle in Frankfurt am Main kennen. An dem Gespräch damals nahmen unsere Gründer Iwan Agrusow und Leonid Müller, unser damaliger Pressesprecher Hyla und ich teil. Agrusow war damals Geschäftsf. Vorsitzender, Leonid Müller war Schatzmeister. Und mit Richard Wurmbrand trafen drei charismatische Persönlichkeiten aufeinander, von denen jeder den anderen für die Arbeit des eigenen Vereins gewinnen wollte. Herr Agrusow suchte Richard Wurmbrand für die internationale Ausweitung der IGFM, Richard Wurmbrand wollte die IGFM für die Unterstützung seiner Arbeit gewinnen.  Einig war man sich in der Bewertung, dass wir in Osteuropa von einer verfolgten Kirche sprechen und den verfolgten Christen geholfen werden muss. Richard Wurmbrand hatte seine Erfahrungen mit dem kommunistischen Regime gemacht. Er kam nach einer erfolgreichen Karriere als Geschäftsmann erst 1937 zum christlichen Glauben, wurde schließlich lutherischer Pfarrer. 1948 wurde er verhaftet, verhört und gefoltert, zunächst acht Jahre bis 1956. Dann wurde er unter der Auflage, dass er nicht mehr predigt, amnestiert, doch drei Jahre danach erneut verhaftet und bis 1964 gefangen gehalten. Für 10.000 US-Dollar konnten norwegische Christen ihn und seine Familie freikaufen. Insgesamt war er 14 Jahre wegen seines Glaubens in Haft, davon drei Jahre in strenger Einzelhaft in unterirdischen Kerkern.

Richard Wurmbrands Besuch bei der IGFM war nur eine  Zwischenstation. Er kam gerade aus Norwegen, wo er eine Zweigstelle besuchte. Für mich war das insofern spannend, da ich damals mit einer Norwegerin aus Oslo verlobt war, die ich kurz danach zu besuchen beabsichtigte. Und diese Reise nutzte ich dann auch für einen Besuch dieser Zweigstelle in Oslo, die den ursprünglichen Auftrag seines Werks im Namen trug „Misjon bak Jernteppet“ – „Mission hinter dem Eisernen Vorhang“. Norwegisch radebrechend ließ ich mir von den Einsätzen berichten. Diese Misjon bak Jernteppet war damals eine finanzkräftige Filiale, die die Arbeit von Richard Wurmbrand unterstützen konnte, aber auch eigene Aktionen durchführte. Nicht zu übersehen waren die vielen Kisten von Neuen Testamenten in russischer Sprache, die vorwiegend über die mit Russland gemeinsame Grenze im Norden Norwegens geschmuggelt wurden. Ich habe diese  Mission in den Folgejahren mehrfach besucht. Doch leider mit einer Namensänderung in „Indre Mission“ veränderte diese Organisation auch ihren Auftrag, und sie war dann auch für mich kein adäquater Ansprechpartner mehr.

Ich war in der Zeit von 1978 bis 1985 der Mitglieder- und Arbeitsgruppenbetreuer der IGFM. Meine Aufgabe bestand darin, Aktionen und Demonstrationen zu organisieren und Einzelmitglieder und Mitglieder in Arbeitsgruppen als Helfer zu gewinnen. Und aufgrund dieser Aufgabe lernte ich einen der Vorsitzenden der jüngeren Vergangenheit der HMK kennen, nämlich Pastor Ernest Ahlfeld, damals noch Schüler, aber immerhin Arbeitsgruppensprecher der IGFM-Gruppe in Ellwangen, als dessen Freund ich mich heute noch bezeichne. Mein Einstand in der IGFM 1978 war ein dreitägiger Hungerstreik von etwa 100 Personen am 10. Dezember 1978 – Tag der Menschenrechte – auf dem Marktplatz in Bonn. Die Teilnehmer damals waren zu 80 Prozent Russland- und Rumäniendeutsche, die anderen waren ehemalige politische Gefangene aus der DDR, der Sowjetunion oder anderen kommunistischen Staaten. Die Russland- und Rumäniendeutschen setzten sich für Angehörige in ihren Herkunftsstaaten ein. Und wer ihnen zuhörte, der erfuhr dann, dass es zwar vorrangig um Familienzusammenführung ging, doch die Gründe für ihren Wegzug lagen in vielen Fällen darin, dass sie als evangelische Christen gehindert wurden, ihren Glauben zu leben. Wenn ich heute in unser Archiv gehe, finde ich durch die Jahre Schicksalsberichte von rumänischen Pastoren und einfachen Gläubigen, die für ihr Eintreten für das Menschenrecht, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden, in die Gefängnisse gesteckt wurden.

Wie bei der  HMK, so lagen die Motive für die Gründung der IGFM hinter dem Eisernen Vorhang bzw. dort, wo kommunistische Diktaturen ihren Bürgern die Menschenrechte verwehrten und sie für ihre Inanspruchnahme bestraften. Die Verfolgung von Christen war nicht auf die bisher genannten Länder beschränkt, sondern sie fanden in allen Ländern statt, die sich kommunistisch oder sozialistisch nannten. Auch die IGFM riet ihren Mitgliedern, bei Reisen in diese Länder, Bibeln oder christliche Literatur mitzuführen und sie in den Zollerklärungen, wo gefordert, für den Eigenbedarf zu deklarieren und dann in den Kirchen, Klöstern oder bei privaten Besuchen zu „vergessen“.  Den großen Einsatz wie HMK haben wir nicht betrieben. Ich kann mich lediglich an eine Aktion nach dem Fall der Mauer erinnern, wo wir, in der Größenordnung von 50.000, Bibeln in humanitären Hilfstransporten nach Russland und in die Ukraine mitgenommen hatten.  Es war halt nicht unser Hauptauftrag, aber das ist ja das Gute: Zur Berechtigung der Vielfalt der Organisationen gehört eine vernünftige Arbeitsteilung. Die HMK hat ihren Auftrag mit großem Engagement wahrgenommen, und daher ist sie zurecht Preisträger des Stephanus-Sonderpreises.

An einem Mann, den ich viele Jahre mit der HMK verbunden habe und mit dem ich viele Jahre befreundet war, komme ich nicht vorbei. Pastor Klaus-Reiner Latk. Er kam aus der DDR, und auch dort stand es mit der Wahrnehmung des Rechts auf Religionsfreiheit nicht zum Besten. Er war eine Studiengefährte von Pastor Oskar Brüsewitz. Ich habe im Archiv einen Artikel gefunden, in dem sich Klaus-Reiner Latk erinnert: Ich zitiere:

„Am 18. August 1976 hatte sich der evangelische Pastor Oskar Brüsewitz auf dem Marktplatz der Stadt Zeitz mit Benzin überschüttet und verbrannt. Pastor Brüsewitz hatte seinen Pfarrdienst missionarisch verstanden. Sein öffentliches Wirken stand im Gegensatz zu der Rolle, welche die DDR-Regierung der Kirche zuordnet. So hatte er zum Beispiel ein weitleuchtendes Neonkreuz an seinem Kirchturm befestigt, für dessen Extra-Stromverbrauch er gezwungen wurde, in seiner Wohnung Kerzenlicht zu benutzen. Für das Dorf hatte er einen Kinderspielplatz selbst gebaut. Es wird berichtet, dass er dem Parteiplakat „25 Jahre DDR“ ein eigenes Plakat gegenübergestellt hatte: „2000 Jahre Kirche Jesu Christi“.

Nachdem ein Kollege und ich der Ständigen Vertretung und dem ARD-Korrespondenten Lothar Loewe über den Vorfall in Zeitz berichtet hatten, wurde ich von dem Ratsvorsitzenden des Kreises Sangershausen zur Rechenschaft gezogen. Er bezeichnete mein Bekanntmachen des Flammenzeichens als eine „schmutzige und unmoralische Handlungsweise“. Und in den Folgetagen erhielt ich keine Post mehr und das Telefon war abgeschaltet. Schließlich wurde ich mit meiner Familie unter Haftandrohung zur Ausreise innerhalb acht Stunden genötigt. Ich hätte –so die Begründung- Handlungen betrieben, für welche andere DDR-Bürger längst inhaftiert worden wären. Meine Bemühungen, von der Kirchenleitung in der Situation Hilfe zu erhalten, waren vergebens.“

(Zitat Ende)

Die Nachstellungen wegen Zugehörigkeit zur Kirche, gar aktive Teilnahme am christlichen Gemeindeleben, nahm selbst auf die Kinder keine Rücksicht. Pastor Latk erzählte uns: „Meine Tochter hatte eine Schulfreundin, die des Öfteren auf dem Heimweg von anderen Kindern geschlagen wurde. Die Mutter des Mädchens berichtete uns, die Klassenlehrerin Christina Koch habe zu ihr gesagt: ‘Wenn ihre Tochter nicht mehr mit dem Pfarrerskind spielt, wird sie sicher auch nicht mehr von den anderen Kindern geschlagen.‘ Oder ein anderes Beispiel, das über den Tod hinausgeht: 1974 drohte mir der Bürgermeister von Reistedt, dass er mich einsperren ließe, wenn ich für den verstorbenen Kirchenältesten eine Trauerfeier anberaumen würde. Die Partei nämlich hatte eine Trauerfeier für ihr Parteimitglied anberaumt, und die kirchliche Feier passte nicht zu diesem Bild.“

Die Stasi-Akten jedenfalls beweisen heute, dass das Wirken mutiger Pastoren wie Brüsewitz heruntergespielt werden sollte. Er wurde nach seiner Tat als anormaler und bedauernswerter Geisteskranker bezeichnet. Darum sollte ihm die Pfarre weggenommen werden. Eine zentrale Rolle spielte dabei Manfred Stolpe, damals Leiter des DDR-Kirchenbundes, und der Staatssekretär für Kirchenfragen Hans Seigewasser. Laut einem Protokoll von Seigewasser hat Stolpe gesagt: „Wenn das bekannt wird, wird das die Westpresse in der ihr eigenen Weise ausschlachten. Es muss von uns eine Solidarität mit dem Staat bekundet werden.“ Doch auch vom Westen her fand Brüsewitz keinen Beistand. Als Pastor Latk dem Vertreter Bonns in Ost-Berlin, Günter Gaus, berichtete, riet er dringend davon ab, den Fall publik zu machen, denn die politische Konstellation verlange Annäherung. Gerade die Kirche als Vermittler und ruhender Pol leiste ihre Aufgabe gut.“

Klaus-Reiner Latk bleibt uns nicht nur als engagierter Kämpfer gegen DDR-Unrecht, sondern auch als Garant für den sonntäglichen Gottesdienst bei den IGFM-Jahresversammlungen in guter Erinnerung.

Herr Flick, Pastor Latk und ich hatten einen gemeinsamen Auftritt von HMK und IGFM in Nigeria auf Einladung des Generalvikars des Bistums Enugu, Prof. Obiora Ike, den letztjährigen Preisträger der Stephanus-Stiftung. Er stellte uns Opfer aggressivster Brutalität vor: Frauen, deren männliche Angehörigen, auch Kinder, von der islamistischen Organisation Boko Haram bzw. extremistischen Fulani-Hirten umgebracht wurden. Um nicht selbst ermordet zu werden, blieb ihnen nur die Flucht. HMK hatte damals sehr großzügig geholfen. Doch darüber hinaus gab es für uns drei ein Rahmenprogramm, wobei die Verkündung des Evangeliums und ihre Wirkung Teil des Programms war. Beindruckt hatte mich der Besuch eines Mädchengymnasiums. Die meisten Kinder waren getauft, aber nicht alle. Obiora Ike erklärte uns, dass der Besuch dieses christlichen Gymnasiums, getauft zu sein, nicht zu Bedingung gemacht habe, aber nun stünde demnächst die Firmung an und es gäbe noch ein paar Mädchen, die bis dahin getauft und zur Kommunion gegangen sein wollten. Und wir lernten diese Mädchen kennen, mit welchem inneren Begehren sie Christinnen werden wollten, ja öffentlich bekundeten, bereit seien, für Jesus zu sterben. Und schließlich hatten wir sogar das Glück,  ich muss sagen – das Vergnügen – an der zentralen Firmung von, jedenfalls für mich, unbekannten Ausmaßes mit mehreren Hundert Firmlingen teilnehmen zu dürfen. In der Mitte aller Kinder saß der Bischof auf einem erhöhten Platz, und er sprach mit den Kindern gemeinsam das Glaubensbekenntnis, immer wieder unterbrochen von Jubel, Klatschen und rhythmischen musikalischen Einlagen, dass mir das Herz aufging. Also für mich steht fest: Die Renaissance des Christentums kommt aus Afrika. Natürlich, es war nur eine Episode, doch ein Zeichen für die Kraft, die im Glauben liegen kann, wenn man denn wirklich glaubt und bereit ist zu geben.

Liebe Freunde, sehr geehrte Damen und Herren, hier enden meine persönlichen Begegnungen mit HMK. Ich kann Ihnen sagen, dass ich ein Fan Ihrer Arbeit bin. Sie ist ehrlich und großzügig. Das, was Sie in den Jahren Ihrer Existenz geschaffen haben, ist mit Preisen allein nicht zu würdigen. Und Sie werden mir zustimmen, die wahre Würdigung ist die Spende als Anerkennung für geleistete Arbeit und Vertrauensvorschuss für den zukünftigen Einsatz.

Aus der Idee des Richard Wurmbrand ist ein weltumspannendes Hilfswerk geworden, entstanden aus dem Widerstand gegen die Entrechtung durch kommunistische und sozialistische Diktaturen, auch heute, in Ländern ohne diese roten Vorzeichen tätig, und seinen Zielen treu geblieben,

  • denen zu helfen, die ihren christlichen Glauben nicht frei leben können und aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit unter Bedrängung und Verfolgung leiden.
  • Durch tätige Nächstenliebe ihre Mitmenschen und sogar ihre Verfolger zum Glauben an Jesus Christus einzuladen. Weltmission als Auftrag – nicht mehr und nicht weniger – verbunden mit tätiger Nächstenliebe
  • Durch ihre monatlich erscheinende Zeitschrift „Stimme der Märtyrer“ verfolgten Christen eine Stimme zu geben und ihre Berichte zu veröffentlichen.

Das DZI hat Ihnen das begehrte Spendensiegel verliehen und bescheinigt Ihnen uneingeschränkte Förderungswürdigkeit. Ihre Öffentlichkeitsarbeit ist – und ich stütze mich dabei nur auf die mir bekannten Publikationen wie Stimme der Märtyrer, Ihren Jahresbericht und diverse Infos – klar, engagiert, deutlich. Sie machen nichts vor, Sie machen, was Sie sagen und schreiben.

Das alles geht nur mit den Menschen, die hinter dieser Idee stecken und einem Vorstand, der sich Ziele setzt und sie verwirklicht. Wenn ich gefragt würde, wer die HMK, so wie sie heute dasteht, verkörpert, fallen mir Kirchenrat Dr. Rolf Sauerzapf, der die HMK durch gute und schwere Tage verlässlich begleitet und mitgeleitet hat,  und Missionsleiter Manfred Müller, der aus einem Werk mit wenigen Projekten eine moderne Hilfsorganisation mit 170 Projekten in 50 verschiedenen Ländern zusammen mit dem HMK-Team geführt hat, als Erste ein. Alle Nichtgenannten sollen sich bitte mitangesprochen fühlen.

Das Besondere Ihrer Arbeit ist es, Christen aller Denominationen zur Seite zu stehen, wo immer es notwendig und möglich ist. Märtyrer, ein Wort, das heute auch Extremisten für sich beanspruchen, waren und sind für HMK wie auch für mich nur die, die keine Gewalt angewendet haben. Und mit ihrem Zeugnis sollen die Christen ermutigt und gestärkt werden, auch bei uns.

Ganz persönlich danke ich Ihnen für diese Ihre Arbeit, die auch für mich stets Vorbild und Ansporn war. Mit einem Wort von Richard Wurmbrand aus Ihrer Broschüre „50 Worte aus der Verfolgung“ möchte ich zum Abschluss kommen:

„Gott wird uns einmal nicht danach beurteilen, wie viel wir erduldet haben, sondern wie viel Liebe wir aufgebracht haben.“

Herzlichen Dank, dass es Sie gibt, herzlichen Dank für Ihren Einsatz für die verfolgten Christen weltweit!

Wetzlar, 3. Juli 2021

Karl Hafen

Stephanuspreis für verfolgte Christen an Menschenrechtler aus Nigeria

Stephanuspreis für verfolgte Christen an Menschenrechtler aus Nigeria

Foto: Globeethics

Stephanuspreis für verfolgte Christen an Menschenrechtler aus Nigeria

Der nigerianische Priester und Menschenrechtler Obiora Francis Ike hat am 3. Juli den diesjährigen Stephanuspreis für verfolgte Christen in Genf in der Zentrale des Weltkirchenrates erhalten. Aufgrund der COVID-19-Pandemie fand die Übergabe der Auszeichnung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Theologe und Sozialethiker fungiert als Direktor der schweizerischen Stiftung Globethics.net, die dort ihren Sitz hat. Von 1998 bis 2009 war er Generalvikar des katholischen Bistums Enugu im Süden Nigerias. „Professor Ike ist Brückenbauer zwischen Europa und Afrika, Muslimen und Christen sowie zwischen Gegenwart und Zukunft. Wir ehren ihn, weil er trotz der Gefahr für sein Leben unbeirrt und emsig an seinem Einsatz besonders für die junge Bevölkerung seiner Heimat festhält. Wir würdigen seine überzeugenden Bemühungen für mehr Frieden und Zuversicht“, erklärt der Vorstand der Stiftung.

Obiora Ike hat mehr als 20 regierungsunabhängige Organisationen gegründet. Darunter ist das Katholische Institut für Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden (CIDJAP), das seit 1987 ein Patenschaftsprogramm für Bildung betreibt, welches auch aus Deutschland und Österreich unterstützt wird. Ike, der fließend Deutsch spricht, studierte in Innsbruck und wurde auch in Österreich 1981 zum Priester geweiht. An der Universität Bonn folgte 1985 seine Promotion mit einer Doktorarbeit über ein Thema der katholischen Soziallehre und dessen Bedeutung für Afrika.„Bildung gibt einem Kind einen Schlüssel für die Zukunft“, sagt er.

Mit seinem Programm tut der 1956 in Nordnigeria geborene Ike genau das, was die islamistische Terrormiliz Boko Haram bekämpft. Deren Name bedeutet übertragen: Keine Ausbildung, keine westlichen Werte, keine Zivilisation. Seit vielen Jahren brennen diese Terroristen Schulen, Kirchen und Moscheen nieder. Sie bekämpfen die Muslime, die sich nicht ihrer Weltsicht anschließen und verfolgen die Christen, für die Nordnigeria bald schon zu einem der gefährlichsten Orte auf der Welt geworden ist. Inzwischen herrscht in ganz Nigeria ein hohes Maß an Unsicherheit. Die Christen werfen ihrer Regierung vor, auf die blutige Herausforderung viel zu dürftig zu reagieren. Für mehr Schutz gingen sie schon demonstrieren, von Europa und Amerika weitgehend unbeachtet.„Ich nehme diesen Preis auch im Namen all derer dankend an, die auf die Versöhnung zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften hinwirken und die, die auf eine Zukunft ohne Benachteiligung hinarbeiten“, sagte Obiora Ike bei Entgegennahme des Preises in Genf.Im Oktober 2002 entging Obiora Ike selbst nur knapp einem Mordanschlag. Im November 2012 stürmten Terroristen eines Sonntags in den frühen Morgenstunden die katholische Kirche Sankt Leo in Enugu, wo Prälat Obiora Ike wirkte, und zerstörten das Inventar. Daraufhin ermutigte er die Gläubigen, standhaft im Glauben auszuharren und den Angreifern zu vergeben.Die Auszeichnung ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde, Stephanus, benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Zu den früheren Preisträgern zählen Kardinal Joseph Zen aus Hongkong, der persönlich im April 2018 den Preis international stark beachtet entgegen nahm, der chaldäisch-katholische Patriarch Kardinal Louis Raphael I. Sako, der vietnamesische Menschenrechtler und christliche Anwalt Nguyen Van Dai und die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony. Zwei Preisträger sind nach der Auszeichnung den Märtyrertod gestorben: der erste Preisträger, Ranjha Masih, ein mit Asia Bibi vergleichbarer Fall angeblicher Blasphemie, der an den Folgen eines Racheaktes starb, sowie der am 7. April 2014 von einem Al-Nusra-Kämpfer ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt aus Homs in Syrien. Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen gewährt zum Beispiel Zuschüsse zur Ausbildung, wenn Opfer aufgrund von Diskriminierung davon ausgeschlossen sind oder zahlt Beiträge zu Anwaltskosten, die im Zusammenhang von Verfolgung anfallen. Sie engagiert sich in diesem Sinne in Ägypten, im Libanon, Irak und in Asien und demnächst auch in Afrika.Eine öffentliche Feier mit Laudatio des bekannten katholischen Publizisten Martin Lohmann wird voraussichtlich im nächsten Jahr nachgeholt.

Stephanus-Stiftungspreis 2019 für Pater Tom Uzhunnalil

Stephanus-Stiftungspreis 2019 für Pater Tom Uzhunnalil

2016 wurde Pater Tom Uzhunnalil, der zum Orden der Salesianer Don Boscos gehört, in Jemen von Islamisten entführt und 18 Monate lang festgehalten. Dass er die Gefangenschaft überlebt hat und schließlich entlassen wurde, schreibt Pater Tom dem Gebet vieler Menschen zu. Dies berichtet er u.a. in seinem Buch „By the Grace of God“.

Im September 2019 erhielt er von der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ eine Auszeichnung in den Räumlichkeiten des Deutschen Ordens in Frankfurt/M.

Bonifatius TV aus Fulda hat die Verleihung des Preises aufgezeichnet. Zum Beitrag geht es hier

Laudatio zu Ehren von Pater Tom Uzhunnalil 2019

Laudatio zu Ehren von Pater Tom Uzhunnalil 2019

Träger des Stephanuspreises 2019
Rittersaal des Deutschordenshauses – Frankfurt-Sachsenhausen
Sonntag, 15. September 2019
Dr. Michael Blume, Religionswissenschaftler, Stuttgart

Die Rede im Film/ YouTube-Channel der Stephanusstiftung für verfolgte Christen

Meine sehr verehrten Damen und Herren, lieber Pater Tom,

wegen der fortgeschrittenen Zeit werde ich meine Laudatio ein wenig kürzen. Ich glaube, das kommt Pater Tom und mir entgegen. Pater Tom ist ein guter katholischer Geistlicher und natürlich möchte er deswegen nicht selbst gelobt werden, sondern er möchte, dass Gott gelobt wird. Und ich bin ein schwäbischer Protestant und unser Stamm lobt normalerweise gar nicht. Deswegen nehmen wir hier beide etwas auf uns – und wir tun es gerne. Pater Tom, ich habe in Ihrer Biografie gelesen, dass Sie viel mehr auf die Technik als auf die Sprache setzen und immer wieder wird das deutlich, wenn Sie mit großer Freude schildern, wie Sie eine Pumpe zum Laufen bringen oder sogar in Gefangenschaft es schaffen, ein Wasserrohr instand zu setzen, damit die Dinge weitergehen konnten.

Deshalb werde ich hier an der einen oder anderen Stelle ein bisschen aus der Wissenschaft einfließen lassen und hoffe, dass es Sie freut. Sie wurden 1958 im Bundesstaat Kerala in Südindien geboren, in eine der ältesten christlichen Gemeinden und Traditionen der Welt übrigens. Und Sie hatten sechs Geschwister. Das ist übrigens aus religionswissenschaftlicher Sicht sowohl interessant wie auch zu erwarten, denn die Berufung ins Zölibat kommt meistens aus kinderreichen Familien. Ich bin mir sicher, wenn wir heute Abend Zeit hätten und fragen würde, wie viele Geschwister der Raum hat, dann wären wir deutlich über dem Durchschnitt, den kinderarme Kontinente wie Europa heute haben. Dort wo die Menschen ‚Ja‘ zum Leben sagen, sagen einige auch ‚Ja‘ zu ihrer Berufung in die Kirche.

Sie sind auf dem Land aufgewachsen. Ihre Familie war christlich-katholisch, sehr religiös. Sie berichten, dass täglich gebetet wurde. Und in der zehnten Klasse entschlossen Sie sich, sich den Salesianern von Don Bosco anzuschließen und für Gott zu wirken. Besonders wichtig war Ihnen die Arbeit für und mit Kindern und Jugendlichen sowie vor allem mit Menschen in Armut, völlig unabhängig – wie haben es auch von Schwester Hatune gerade gehört – von Farbe, von Religion, einfach Menschen, um Menschen zu dienen. Sie haben sich dabei auch verdient gemacht, um den Aufbau von technischen Lernzentren, um auch anderen beizubringen, wie man mit Technik umgeht. Und Sie haben damit Menschen geholfen, aus der Armut zu entkommen, Hilfe zur Selbsthilfe. Übrigens ist das in der jüdischen Tradition die edelste Form der Barmherzigkeit, wenn man so helfen kann, dass der Andere die Hilfe dann gar nicht mehr braucht.

2009 sind Sie in den Jemen gegangen. Und das, meine Damen und Herren, ist schon ein Aspekt, über den man nachdenken kann: Dass Menschen aus Indien im Namen Christi nach Jemen gehen, um dort zu helfen. Warum betone ich das? Weil ich selbst im Irak erlebt habe, dass die Kriege in der arabischen Welt mit unserem Geld geführt werden. Papst Franziskus hat einmal das Wort geprägt: ‚Diese Wirtschaft tötet.‘ Ich gebe zu, dass ich das damals übertrieben fand. Ich dachte: ‚Das kann man doch nicht sagen. Soziale Marktwirtschaft ist doch etwas Tolles.‘ Aber, meine Damen und Herren, es ist eben wahr: Mit dem Öl und Gas, das wir verbrennen, finanzieren wir Regime in Ländern wie Saudi-Arabien, in Ländern wie der Iran, in Syrien, im Irak, in Libyen und Terrorgruppen drumherum. Im Jemen findet jetzt noch ein Bürgerkrieg statt und Menschen leiden, ein Stellvertreterkrieg, und das Geld dafür und die Waffen, die Kugeln, von denen Pater Tom berichtet, die in die Häuser einschlagen, sind auch finanziert mit unserem Geld. 2014 kehrten Sie kurz nach Indien zurück. Es war Bürgerkrieg im Jemen und niemand hätte es Ihnen übelgenommen, wenn Sie nicht in das Bürgerkriegsland zurückgekehrt wären. Sie schreiben sogar, dass einige Vorgesetzte und auch Ihre ältere Schwester Bedenken hatten, Sie zurückkehren zu lassen, in das vom Bürgerkrieg zerstörte Land. Aber Sie fühlten sich gerufen zu den Menschen und sind zu ihnen zurückgekehrt in den Jemen.

Zu den Schilderungen, die mich sehr berührt haben, gehört die Schilderung von einem muslimischen Nachbarn, der in der größten Hungersnot kommt und Tag für Tag Brot vorbeibringt, für die Menschen, die Kranken, um die sich die Schwestern dort gekümmert haben. Und als er kein Brot mehr hat, bringt er Weizen, obwohl Armut drumherum ist. Pater Tom, Sie sehen das Gute in anderen Menschen und Religionen, selbst an einem Punkt, an dem kein Anderer Ihnen verübeln könnte, wenn Sie sich hart machen würden. Später hat Sie einmal ein Journalist gefragt, ob Sie vielleicht ein Stockholm-Syndrom haben, dass Sie immer noch mit den Geiselnehmern sympathisierten und immer noch das Gute suchen, trotz aller Bosheit und aller Gewalt. Ich glaube: Das ist gelebtes Christentum, was da bei Ihnen durchscheint. Am 4. März 2016 wurde Ihre Mission von Terroristen überfallen und Sie haben das Zeugnis im Gottesdienst zuvor gegeben. Auch in Ihrem Buch stellen Sie den Tod von vier Schwestern ganz an den Anfang. Ihrer gedenken Sie, der Schwestern, die getötet wurden, Bediensteten, muslimischen Bediensteten, dem Gärtner, des ersten Todesopfers. Und, meine Damen und Herren, die vier Schwestern, die getötet wurden, stammt aus Ruanda und aus Indien.

Sie selbst wurden verschleppt. Sie wurden dazu gezwungen, Videobotschaften aufzuzeichnen. Sie wurden sogar dazu gezwungen, Menschen zu beschimpfen, die ihnen sehr, sehr wichtig sind. Sie haben in dieser Gefangenschaft gebetet. Und Sie haben dreimal, so habe ich Ihrer Biographie entnommen, auch um ein Zeichen von Gott gebetet. Das eine Mal, als Sie wissen wollten, ob die Schwestern, die getötet wurden, im Himmel sind. Sie baten um Regen und am selben Abend kam ein Gewitter. Es blitzte und donnerte, und es regnete. Sie haben noch einmal um ein Zeichen gebetet, ob Sie freikommen werden. Sie haben ein drittes Mal gebetet, ob vielleicht noch im selben Monat die Freilassung erfolgen könnte. Und diesmal kam kein Zeichen. Und Sie schreiben, dass Sie da gelernt haben, dass man Gott nicht versuchen soll. Mitten im Schrecken haben Sie mit Gott gerungen und sind doch in Seiner Gnade geblieben. Sie fragen, warum Menschen so etwas Böses tun und ob noch Gutes in ihnen ist, das Sie vereinzelt auch erlebt haben.

Und ich kann Ihnen aus der Perspektive der Wissenschaft sagen: Das Böse, das die heutigen Islamisten des sogenannten Islamischen Staates sowie zum Beispiel die Nationalsozialisten in Deutschland, deren Stätten Sie in Nürnberg besucht haben, miteinander verbindet, ist der Glaube an die Weltherrschaft des Bösen. Der Antisemitismus betrifft nicht nur Jüdinnen und Juden, sondern er ist ein Glaube daran, dass böse Mächte die Welt regieren. Und Menschen, die das glauben, glauben schließlich sogar, dass ihre Gewalt gegen Frauen, gegen Kinder, gegen Geistliche, gegen Jesiden, gegen Aleviten, gegen Sunniten, gegen Schiiten, gegen Männer und Frauen Notwehr sei. Sie glauben, sie verteidigten sich ja nur. Sie beschreiben die Situation, dass Sie beobachtet haben, wie die Terroristen beteten. Und Sie beten für diese. Diese Menschen sind im Glauben an die Weltherrschaft des Bösen gefangen. Ich glaube, Sie haben recht. Umso wichtiger ist es, Ihnen die Weltherrschaft des Guten entgegenzusetzen. Sie wurden insgesamt 18 Monate lang festgehalten und kamen auf Initiative des Oman frei. Sie versäumen nicht, allen zu danken, die für Sie gebetet haben und mehrfach zu erwähnen, dass es Christen waren, aber auch Hindus, auch Muslime, dass es aus allen Religionen Gutes gab.

Sie schreiben, dass Sie nicht einen einzigen Tag bereut haben, in den Jemen gegangen zu sein, weil das Ihr Weg und Ihr Auftrag war. Pater Tom, ich möchte mit einem deutschen Verweis auf Ihren Namen schließen. Alle, die in Deutschland aufgewachsen sind, kennen Major Tom. Das ist ein Lied in Deutschland, das ich schon geliebt habe, bevor ich Christ geworden bin. Ich komme ursprünglich aus einer nichtreligiösen Familie. Und dieser Major Tom ist ein Raumfahrer, der oben im Weltall unterwegs ist und dann entdeckt, wie schön das All und die Leere sind und mit seinem Raumschiff davon schwebt, obwohl ihn die Erde versucht zu halten. Jeder, der und jede, die dieses Lied hört, fühlt mit Major Tom. Aber Sie, Pater Tom, sind einen Schritt weitergegangen. Sie sind nicht in die Leere gegangen, sondern Sie sind bei uns geblieben. Und Sie sind heute hierher gekommen, um Zeugnis abzulegen, nicht über sich, sondern über die Gnade, die Ihr Leben getragen hat, und deswegen sind Sie in meinen Augen ein größerer Held als Major Tom. Herzlichen Dank.

Laudatio zu Ehren von Pater Tom Uzhunnalil 2019

Stephanuspreis für verfolgte Christen an ehemalige Dschihadisten-Geisel verliehen

v.l.n.r.: Stellv. Vorsitzender Emmanuel Ogbunwezeh, Vorstandsmitglied Monsigore Joachim Schroedel, Preisträger Pater Tom Uzhunnalil, Stiftungsvorsitzende Michaela Koller, Laudator Michael Blume; Copyright: Stephanusstiftung für verfolgte Christen

Die Stephanusstiftung für verfolgte Christen hat am Sonntag in Frankfurt ihren diesjährigen Stiftungspreis an den indischen Pater des Salesianerordens Tom Uzhunnalil vergeben. Die Verleihung erfolgte „in Anerkennung seines Mutes, angesichts höchster Gefahr, seinen Glauben, seine Nächstenliebe und seine Hoffnung in die Verwandlung der Herzen bewiesen zu haben“.

Laudator Michael Blume, Religionswissenschaftler und Referatsleiter im Staatsministerium Baden-Württemberg, betonte, der Preisträger habe sich nicht dazu verleiten lassen, die Täter zu hassen, die ihn am 4. März 2016 von dem Gelände eines Altenpflegeheims der Schwestern der Mutter Teresa von Kalkutta in der südjemenistischen Stadt Aden entführten. Die Dschihadisten ermordeten bei dem Überfall 16 Menschen, darunter auch vier der Schwestern. 18 Monate dauerte die Geiselhaft bei einer dschihadistischen Gruppe. Im Juli und Dezember 2016 tauchten im Internet Videos mit flehentlichen Appellen des Paters auf, sich für seine Freilassung einzusetzen.

Die Entführer hatten ihn zu den Aufnahmen gezwungen. Sie rechneten vielleicht nicht mit der überwältigenden Resonanz. Weltweit beteten Menschen und setzten sich mit Appellen an verschiedene Regierungen für ihn ein. Schließlich kam er wohl auf Vermittlung des Sultanats Oman am 12. September 2017 frei.

Stiftungsvorsitzende Michaela Koller betonte: „Ohne seine Besonnenheit hätte er wohl nicht überlebt und zeigen können: Der Einsatz für die Verfolgten lohnt sich.“ Pater Tom Uzhunnalil kündigte in seiner Dankesrede an, den Preis den „Missionarinnen der Nächstenliebe“ von Mutter Teresa widmen zu wollen.

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